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Wahmstraße 1986

300.00

AluDibond-Druck, DIN A1, 3mm starke Aluminiumverbundplatte, hochwertiger Plattendirektdruck, UV-geschützt.

Auf 3 Stück limitiert. Nummeriert und signiert.

3 vorrätig

Kategorie:

Beschreibung

Ein, zwei Jährchen waren vergangen, die ich Christiane F. lesend und guckend und Musik von Bowie hörend verbrachte. Wobei ich zu dem Buch und Film heute eine gespaltene Meinung habe, aber damals habe ichs mehrmals gelesen. Heute find ichs drogenverharmlosend und glorifizierend. Vor allem der Film. Und Bowie und Berlin sind ja noch so ein Thema für sich. Ich entdeckte auch den Film Begierde – The Hunger, ein Vampirfilm mit Bowie mit begnadetem Soundtrackmix aus klassischer Musik von Schubert und Dark Wave von Bauhaus. Das war genau das, was mich ansprach! Zu meinen Haaren wurden jetzt auch noch die Klamotten schwarz. Und ich entwickelte mich auch äußerlich zu dem, was ich wohl schon gefühlt immer war, zu einem von den Leuten, vor denen mein Vater mich immer gewarnt hatte. Höhö. Und ich lernte endlich ein paar andere kennen, die ähnlich dachten und ähnlich rumliefen.

Eines Tages überredete ich dann einen Kumpel mehr oder weniger, mit mir nach Berlin zu kommen. Nur für ein paar Tage. Ich hatte grad mein Taschengeld von meiner Omi und einen kleinen Vorschuß dazu bekommen. Stachel, so hiess mein Kumpel, weil er einen Iro aus 3-4 Stacheln hatte, musste echt erst überzeugt werden, der faule Sack. Ganz happy und hibbelig hab ich ihn an die Lohmühle zur Trampstelle geschleift. Nach Hamburg war ja Minutensache. Aber dann…wir hingen am Hornerkreisel fest. Als hätten wir Pattex am Arsch. Langsam wurde es dunkel. Wir sind aus lauter Verzweiflung etwas auf die Autobahn gelaufen, nur an den Anfang, weil wir dachten, die meisten wollten ungern direkt am Kreisel halten. Aber so kurz hinterm Kreisel, als die Straße anfing gerade zu werden, nahmen die Autos natürlich Fahrt auf und es hielt erst recht keiner mehr. Hätten wir uns ja irgendwie auch denken können. Mittlerweile wars echt dunkel. Und spät. Stachel gab auf und legte sich in den Grünstreifengraben zum Pennen. Pfff…Weichei. Aber ach nee, kaum stand der ach so furchteinflößende Punk nicht mehr neben dem kleinen, pummeligen und bestimmt ganz sicher auch furchteinflößenden Gruftiemädel mit den schwarzen Puschelhaaren und dem viel zu langen schwarzen Mantel, da hielt ein Auto. Ein Truck dazu. Ich flitzte hin, fragte, ob mein Kumpel auch mitkönnte, der schon im Graben pennen würde, und jippieh, er konnte. Und wir waren nun doch aufm Weg. Stachel hatte nur den Kopf geschüttelt. Ungünstigerweise eröffnete der Trucker uns nach ein paar Kilometern, dass er an ner Autobahnraststätte halten müsste, um ein Nickerchen zu halten.. Ochmanno. Nachts müde an der Autobahnraststätte Gudow kurz vor der DDR-Grenze. Und ich frag mich ja echt, warum ich ausgerechnet zu meiner ersten Tour nach Berlin keinen Fotoapparat mitgenommen hatte.

Fortsetzung folgt…

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