lübeck war doof

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holstenstraße hoch

lübeck – was hab ich diese stadt nicht gemocht. ich konnte lübeck nicht ab, so wie ne neue die in die klasse kommt und die man einfach auf den ersten blick doof findet. und um die ich so einen bogen mache, um die viele einen bogen machen. so viele, dass dieses arme mädel wie ein planet trabanten hat, die in superextrasicherheitsabstand höchstens mal kurz in sichtweite kommen.

so fand ich lübeck – doof, langweilig, von gestern, spießig, tot. ich fand – weil mittlerweile steh ich voll auf diese kleine großstadt. und dieser blick die holstenstraße hoch ist eins der ersten Bilder, die ich reumütig aus hamburg zurückkehrend in mein herz geschlossen habe. ich hatte diesen anblick natürlich vorher schon hundertemale gesehn, auf alle fälle jedesmal wenn ich aus hamburg zu besuch in lübeck war und aus der bahnhofrichtung in die innenstadt kam. aber dieses mal wars anders. jetzt fand ich hamburg doof und hatte mich entschlossen zurückzuziehen. ich hatte auf einmal das bedürfnis wurzeln zu spüren und in einer stadt zu leben, in der ich gefühlt jeden gullideckel mit vornamen kannte.
aber woher kam mein unstillbares verlangen in eine größere stadt ziehen zu müssen?
ich war in nem dorf direkt vor lübeck geboren, kurz nach dem schnulleralter nach lübeck verzogen und da hing ich nun. (die vorvorgeschichte ist ein anderes kapitel). dann 1983: ich hatte tag- und nachtträume intensivster art von berlin. geiler als jeder film! natürlich mit musik. besonders tolle träume träume ich mit soundtrack. ich musste also dahin. angefeuert wurde mein wunsch noch durch familienbesuche bei verwandten in ostberlin. toll, wir standen auf der falschen seite der mauer. ich fühlte mich damals als wessi genauso unfähig in den westen zu kommen wie jeder ossi, ich war schliesslich erst 15 und mein vater fand meine idee, die verwandten sich selbst zu überlassen und rüberzumachen nicht so gut. ich kann mich noch genau erinnern, wie wir am brandenburger tor standen und den westberlinern, die ganz klein auf der anderen seite auf ner art treppe standen, damit sie die armen, eingesperrten ossis besser bestaunen konnten, zugewunken haben. und die zurückgewunken haben. ich musste ziemlich den reflex unterdrücken ihnen zuzurufen: ich bin einer von euch, ich will rüber, eigentlich bin ich frei! aber ich blieb ruhig, noch. so bin ich dann nach ein paar tagen gezwungenermaßen brav wieder mit nach hause nach hl. schon während der rückfahrt dachte ich: dann tramp ich eben…

—fortsetzung folgt—-

 

 

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