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kunst-erlebnis-service den man hier gar nicht vermuten würde:  in dem kahlen, maroden atelier stehen gemütliche alte sofas und sessel, die man sich bei bedarf vor ein bild ziehen kann, um es in aller ruhe und vielleicht mit einem kaffee oder einem strukturierten wässerchen oder auch mit einem glas wein oder bier auf sich wirken zu lassen.

in letzter zeit hat sich tina schönwald mehr auf fotos konzentriert, mittlerweile erscheint schon im dritten jahr der fotokalender „lost in lübeck“ mit einigen ausgewählten lübeck-fotos des jeweiligen jahres. erhältlich über diese webseite und in vielen lübecker buchläden.

 

atelier roststätte, willendorf 18, rehhorst 23619, eigentlich dauernd geöffnet.

..und auf der suche nach einem günstigen raum in lübeck! garage, schuppen, keller ect..

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music on the site with permission of the composer: james harmon, thank you!

 

 

 

Presse und Zitate:

 

Carolin Peter, Tonfink:

Anti-Radbruch!

 

 

LN, 11.12.2015:

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Ultimo:

ultimo lost in lübeck

 

 

SUPERillu: (2014 im schweinestallatelier in lübeck/reecke)

Die Musik im Hintergrund am Tag des Interviews war industrialistisch-minimalistischer Doom und liess die restlichen Dreckbrösel in vibrierendem Flug waagerecht von der Wand schweben. Mir wurde mitgeteilt, dass aber auch manchmal eher loungige 70er Fahrstuhlmusik dezent vor sich hin plätschert. Oder Beat aus den tiefsten 60s, zudem man sich spontan die Haare wachsen lassen und schütteln möchte. Der Fußboden ist an fast allen Stellen mit Farbklecksen übersät und mir drängen sich Bilder von enthusiastischen Pinselextasen auf. Die Paintings an den Wänden und auf den Rollwagen bestätigen den Eindruck: Hier tobt entweder ein Bekloppter oder ein Genie. Sind da Anspielungen zu erkennen oder ist das meine eigene Phantasie? Man weiss es nicht… wir lassen uns auf einem verranzten Chippendalesofa nieder, ich schalte meine Aufnahmeapp an und fange an:

 

K. Blamm:  Warum? Und wie malst du? Ist das Öl? Acryl? Ich sehe Spraydosen, Schrankrückwände, kaum Leinwände..

 

Schönwald:  Ich male mit Farben die übrig sind, oft jedenfalls, hole Farbreste von Leuten ab, die sie nicht mehr brauchen. Von daher kann ich kaum sagen, was sich da nun grade vermischt, Lack, Öl, Acryl, Spraydosen, Pigmente. Als Untergrund habe ich zuerst Schrankhintergründe benutzt, die ich vom Sperrmüll hatte. nicht nur aus Geldmangel, sondern auch weil mir Leinwände zu nachgiebig sind. Mittlerweile kaufe ich Hartfaserplatten 10 mm und Industrielacke, weil kaum noch Farbreste verschenkt werden. Ein besonderer Reiz bietet sich mir darin, unfertige Bilder in Nahaufnahme zu fotografieren, ich lasse die verschiedenen Farbarten miteinander reagieren, die teilweise überhaupt keine Verbindung miteinander eingehen, und wenn dann nur widerwillig und partiell, bei manchen Experimenten gebe ich verschiedene Lösungsmittel dazu und halte fotografisch fest, wie die Farben nicht emulsieren, sondern sich wie kochend auflösen. Die Malereien sind hinterher nicht mehr zu gebrauchen, aber das Ergebnis sind Bilder, Fotografien von Bildern, die so nur für einen Moment existierten.

 

K. Blamm: Du bezeichnest deinen Malstil als Depressionismus?

 

Schönwald:  Das ist das, was es am ehesten trifft, obwohl ich nicht depressiv bin. Schon öfter haben mich Leute beiseite genommen und mich gefragt, obs mir gut geht und ob ich Depressionen hätte, weil sie ein paar meiner Malereien oder Fotos gesehen haben. Oder ein Verwandter beschwerte sich darüber, dass ich immer so düster male. Ich hab dann nur gedacht, ich male so düster, damit ich im Licht leben kann. Ein Hamburger Depressionist hat das mal so super ausgedrückt, der depressionistische Stil ist der zur ästhetischen Form geronnene Seufzer eines desillusionierten Künstlers. Find ich gut, da hat der echt nen gelungenen Satz rausgelassen. Und ich.. ich weiss, dass vieles in der Welt Kacke ist und ich weigere mich, rosa Blümchen zu malen.

 

Ich sehe mich um. Entweder man fühlt sich in diesem Atelierschuppen verzückt wohl oder man will sofort wieder rückwärts raus, ein dazwischen ist kaum vorstellbar. Ich selbst habe ein Kribbeln in der Bauchnabelgegend wie auf Entdeckungsreise und möchte ein Bild tiefer auf mich einwirken lassen. Ich zerre mir einen gemütlichen 40 jahre alten Plüschsessel davor und lass mich fallen. T. Schönwald fragt, was es denn sein darf, Elephant, Astra? Oder lieber ein deftiger Bardolino? Oder brunneneigenes Superwasser? Ich nehme ein Elephant und lass mich drauf ein. Ich habe eine gute Stunde vor diesem Bild verbracht, ein 2. Elephant still neben mich gestellt bekommen, und habe Freundschaft geschlossen. Mit diesem Bild, mit mir, mit meinem Leben. Als ich mich verabschiede, denke ich: Scheisse, ich würde das Bild gern mitnehmen, KIK-Preise sind das hier aber leider nicht. Zum Glück kann man aber Poster anfertigen lassen …danke!           c/o   K. Blamm

 

 

Moislinger Allgemeine:

Bilder, die die Welt braucht, nicht um sich daran zu erfreuen, sondern um die Schwermut zu überwinden, weil sie einem bewusst machen, es könnte noch schlimmer sein!        c/o   Tino Schlabotz

 

Katholische Rundschau:

fucking awesome!!       c/o  olga machslochov

 

 

Tanja, letztens am Teich:

Ich werd nich mehr!      c/o  Meine Schwester

 

 

 

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